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Auszug: Sonnenblumen für Gauguin

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Zum 125. Todesjahr von Vincent van Gogh

Am 5. Mai hat ein Gemälde des 1890 verstorbenen Künstlers Vincent van Gogh bei einer Versteigerung in New York mehr als 66 Millionen Dollar eingebracht. Der Schätzpreis für das Spätwerk mit dem Titel „Allee in Arles“ wurde damit weit übertroffen, wie das Auktionshaus Sotheby‘s bekanntgab. Das Bild malte der Niederländer 1888, also im gleichen Jahr, in dem auch mehrere Werke seiner berühmten Sonnenblumenserie entstanden, die er seinem Freund Paul Gauguin widmete.

Als Vincent van Gogh, gescheiterter Theologiestudent, entlassener Prediger und erfolgloser Maler, im Februar 1888 in dem provenzalischen Städtchen Arles ankam, war er erleichtert und schrieb in einem der wunderbaren Briefe an seinen Bruder Theo: „Der Süden regt die Sinne an, die Hand wird leichter, das Auge lebendiger, der Kopf klarer.“ Er stieg zunächst in einem Hotel ab, dann mietete er am Place Lamartine No. 2 das später berühmte gelbe Haus und begann, wie in einem Rausch zu arbeiten. Während er an seiner Staffelei stand, träumte er von einem „Atelier des Südens“ mit seinem Haus als Keimzelle einer neuen Zeit. Alle sollten sie nach und nach kommen, all die Bekannten und Kollegen, all die Malerfreunde vom Montmartre. Hier sollten sie eine Solidargemeinschaft bilden, gemeinsam leben, gemeinsam diskutieren und vor allem gemeinsam arbeiten. „Man muss sich zusam­mentun“, schrieb er seinem Bruder, „wie es die alten Mönche machten.“ Führer dieser verschworenen Gemeinschaft wollte er nicht sein: „Da es sich um das gemeinsame Leben mehrerer Maler handelt, müssen wir unbedingt einen Abt haben, der auf Ordnung hält und das wäre natürlich Gauguin.“

Aber Paul Gauguin war nicht der Mann klösterlicher Askese. Er war – anders als der tief religiöse van Gogh – überzeugter Atheist. Für ihn ungewöhnlich diplomatisch, aber letztendlich kompromiss­los schrieb er dem Freund in Arles: „Der einzige Weg zu Gott ist, das zu tun, was unser göttlicher Meister tut: zu erschaffen.“ Van Gogh interpretierte sein Wort vielleicht falsch, aber nach dieser Antwort war er noch sicherer, in Gauguin einen leidenschaftlichen Künstler gefunden zu haben, der ihm an Kraft, Intensität und Wollen in nichts nachstand. So entwarf er gleich zwei Serien von Bildern, die einen „gewissen Eindruck“ auf Gauguin machen sollten: die Bilder seines Gartens und die Sonnenblumen. Van Gogh liebte die Blumen – er malte Lilien, Iris, Aka­zien, Nelken, Rosen, Anemonen, Kornblumen, Oleander, Feldblumen und Mohn, oft in einer Vase auf einem schlichten Tisch. Aber am meisten gefielen ihm die Sonnenblumen, denn Gelb war die Farbe der Sonne, und die Sonne gab das Licht, von dem van Goghs Bilder glühten. „In der Hoffnung, dass ich mit Gauguin in unserm Atelier wohnen werde, will ich eine Reihe von Bildern dafür machen“, schrieb er an seinen Bru­der: „Weiter nichts als lauter Sonnenblumen. [...] Ich arbeite jeden Morgen von Sonnen­aufgang an. Denn diese Blumen verwel­ken schnell und das Ganze muss in einem Zug gemalt werden.“ Dieses schnelle Welken kam seinem Malstil entgegen: Nur wer ungestüm arbeitete, konnte diese rasch dahinsterbende Schönheit einfangen.

 

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Am 23. Oktober traf Paul Gauguin endlich in Arles ein. Aber auch wenn ihm sein Zimmer und die darin aufgehängten Gemälde mit den Sonnenblumen gefielen: Sein Aufenthalt stand beinahe vom ersten Tag an unter einem schlechten Stern. Zwar ordnete sich van Gogh wie ein Novize unter und akzeptierte klaglos Gauguins Prinzipien der Haushaltsführung und seine sehr viel strengere Vorstellung von Ordnung. Aber in künstlerischen Fragen prallten sie zusammen wie zwei Meteoriten. Hinzu kam, dass sich Gauguin in eine ausweglose Situation gedrängt fühlte. Er litt unter seiner Erfolglosigkeit und klagte van Gogh an, ihn in eine durch und durch provinzielle Stadt gelockt zu haben, die ihm keinerlei Inspiration bot.

Die folgende Katastrophe ist Geschichte. Nur zwei Monate nach seiner Ankunft  verließ Gauguin nach einem schlimmen Streit das gelbe Haus und schlief in einer Pension. Als er am nächsten Morgen zurückkam, hatte sich Vincent einen Teil seines linken Ohres abgeschnitten, den blutigen Fleischfetzen in ein Taschentuch gewickelt und zum Entsetzen der Prostituierten ins Bordell getragen. Gauguin reiste sofort ab. Die beiden Künstler sollten einander nie mehr wiedersehen. Was von ihrer Begegnung geblieben ist, sind die Gemälde, unter ihnen die Serie der Sonnenblumen. Nie wieder haben Blumenbilder so viele Liebhaber gefunden. Vielleicht, weil in ihnen das Leben und das Verwelken gleichzeitig eingefangen ist als eine Metapher für das menschliche Dasein.

 

Unser Ausflugstipp:

Die Bilder Vincent van Goghs begeistern bis heute Kunstliebhaber auf der ganzen Welt. Um ihm zu gedenken und sein Lebenswerk zu würdigen, widmen die Gärten von Appeltern dem niederländischen Künstler ihr diesjähriges Festival. Unter dem Motto „Ein Garten für Vincent" haben internationale Gartendesigner Ideen entwickelt und Entwürfe eingereicht. Aus diesen wurden die zehn besten Beiträge ausgewählt und auf dem Festivalgelände realisiert. Einige greifen van Goghs Faszination für natürliche Farben und Landschaften auf, andere lassen seinen Malstil wiedererkennen oder adaptieren einzelne Elemente seiner Gemälde. Ihrem gewohnten musealen Umfeld entrissen, erzeugen die Werke im Zusammenspiel mit Pflanzen ganz neue Eindrücke. 

Kontakt und nähere Informationen:

De Tuinen van Appeltern
Walstraat 2a
6629 AD Appeltern
Niederlande

Tel: +31 (0) 487-541732
E-Mail: info@appeltern.nl
Website: www.appeltern.nl/de

Die Gärten von Appeltern sind bis zum 29. November 2015 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 12,50 Euro.

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